Montag, Februar 12, 2018

Rezension | Atia Abawi "Der geheime Himmel"

336 Seiten | Einzelband | "The Secret Sky: A novel of forbidden love in Afghanistan"  (Original) | Roman | 13.10.2017 | dtv | 9,95€ | Hier kaufen

Inhalt

Wenn Liebe ein Verbrechen ist. In ihrer Kindheit haben Fatima und Samiullah in ihrem afghanischen Dorf miteinander gespielt – doch als Sami von der Uni zurückkehrt und die beiden sich ineinander verlieben, setzen sie eine Kette tragischer Ereignisse in Gang. Samis Cousin Rashid, der sich einer islamischen Miliz angeschlossen hat, verrät die beiden ...

Erster Satz

Ich kenne diesen ausgetretenen Pfad besser, als mich selbst.

 

Meine Meinung

Vor ein paar Jahren wurde mir das Buch geschenkt, selber gekauft hätte ich es vermutlich nicht. Das ist einfach nicht das, was ich normalerweise lese. Ich habe mir jetzt tatsächlich auch sehr viel Zeit genommen, bis ich es schließlich begonnen habe zu lesen.

Irgendwie finde ich einfach nicht die richtigen Worte für eine Rezension.

Das Buch ist in drei Teile unterteilt und die Kapitel werden in der Ich-Form aus den Perspektiven von jeweils Fatima, Sami und Rashid geschrieben. Zu Beginn gibt es einen kleinen autobiografischen Text der Autorin, der mir schon sehr gefallen hat. Der Schreibstil ist vor allem durch hin und wieder auftauchende afghanische Wörter geprägt, die auf den letzten Zeiten im Glossar erklärt werden. Unterbrochen wird der Lesefluss dadurch zum Glück weniger, zumindest wenn man, wie ich, nicht jedes Wort einzeln nachschlägt.

Fatima hat mir gleich auf den ersten Seiten gefallen. Sie lernt lesen und schreiben und ist sehr stolz darauf, auch wenn sie noch nicht weiß, was sie damit anfangen will. Immerhin hat sie dadurch mehr Möglichkeiten. An Heirat denkt sie noch gar nicht, bis ihre beste Freundin unfreiwillig verlobt wird. Und auch Sami mochte ich gleich von Beginn an, er ist einfach ein super lieber Junge.

Die Handlung fokussiert sich vor allem auf die Mädchen und junger Frauen der islamischen Welt, sowie Zwangsverheiratungen, Taliban und den Kriegen zwischen den einzelnen Herkunften. Dem Leser wird gezeigt, wie stark ein – hier in Deutschland – einfaches Treffen zwischen einem Mädchen und einem Jungen bestraft wird und wie die ganze Familie unter sogenannter „Schande“ weiterleben muss. Wie Mütter ihre Kinder verachten, verkaufen und und und.


Das Buch liest sich beinahe wie ein wahres Tagebuch und öffnet mir immer weiter die Augen über die schreckliche Unterdrückung in einigen Teilen dieser Welt, die für uns hier beinahe unvorstellbar sind. Abawi hat dies authentisch und voller Emotionen an den Leser bringen können. Trotzdem kann ich das ganze nicht in einer Punktzahl ausdrücken, da es mir aus unbestimmten Gründen irgendwie total schwer gefallen ist, dieses Buch zu lesen. Für jeden, der sich für diese Themen interessiert, wird es eine super Leseempfehlung sein, für mich war es trotzdem nicht wirklich etwas.

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Kommentare:

  1. Liebe Lara

    Es klingt, als hättest du da ein richtig wichtiges und berührendes Buch gelesen, das definitiv zum Nachdenken anregt. Ich werde es mir einmal ein wenig näher ansehen.

    Ganz liebe Grüsse und danke für den Tipp
    Livia

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